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 1975 sollte es dann mit dem Auto richtig losgehen, die Enduro hatte ich in die Ecke gestellt, nur noch besenreiner Asphalt war angesagt. Und es ging recht gut los:

Annaberger Bergrennen: 4.Platz, Ilmenau: 6.Platz, Lützgendorf: 5.Platz und dann war es endlich soweit, zum ersten mal auf die Rundstrecke, Sachsenring 1975, der  "Große Preis des ADMV der DDR".

Schon Tage vorher war ich wahnsinnig aufgeregt und konnte nachts kaum schlafen. Für das Training hatte ich mir mit Udo Gaida, damals bei den Trabbi immer mit vorn dabei, eine Windschatten-Runde ausgemacht. Leider hatte Udo mir nicht gesagt, dass er am Queckenberg geradeaus ins Fahrerlager wollte. So kam ich viel zu schnell auf die Start- und Zielgerade, driftete weit nach außen, schob die Strohballen wie eine Rampe unter mein Auto, hob ab und sah nur noch die vielen Tausend Zuschauer auf der Tribüne.

Nach der passablen Landung bekam ich meinen ersten Beifall beim Autorennen!

Das Rennen lief dann ganz ordentlich, ich wurde mit meinem einfach gestrickten Drei-Kanal-Motor immerhin 9. Die damaligen Asse bei den 600ern, die Herren Kramer, Aßmann, Schreiber, Kubald, Gaida usw., fuhren 5-kanalige Zweivergasermotoren und teilweise schon Alufelgen mit Slicks, ich hatte mich beim Reifenpoker für "Pneumant-Immerglatt" mit Wartburgstahlfelge entschieden und war trotzdem glücklich.alt

Einige Wochen danach war Schleiz angesagt. Bei hochsommerlicher Hitze war es ein tolles Rennen. Rundenlang fighteten wir zu fünft im Mittelfeld, am Ende war ich wieder glücklicher 9.

Am Tag danach wurde wieder der Serienmotor, mittlerweile ein 26 PS starker 600er, eingebaut und am Abend ging es mit dem Zelt im Kofferraum Richtung Ostssee. Irgendwo in Mecklenburg, so gegen fünf Uhr in der Früh, kam in einem kleinen Dorf die Kelle!

"Für Sie ist das Rennen zu Ende" brüllte der Wachtmeister, und zerfetzte meine Stempelkarte.

113 km/h kurz nach dem Ortsschild, erinnert Euch, Freunde, auf der Landstraße war nur 80 und selbst auf der Autobahn nur 100 erlaubt. So eine verrückte Pappe und so schnell mitten durchs Dorf, das hatte er in seinem verträumten Mecklenburg noch nie gesehen! Drei Monate war die Fleppen weg, ich konnte trotzdem noch einige Bergrennen fahren, aber bei der Anmeldung in Frohburg wollten die doch unbedingt das Scheinchen sehen. So kam wenigstens mein Freund Wolfgang Petri, der das ganze Jahr immer nur Ausfälle hatte, mit seinem ehemaligen und nun von mir geborgten Motor zum Saisonende zu einem guten 10.Platz.

Die Saison 1975 war zu Ende, ich hatte mit meinen Freunden viel Spaß gehabt, hatte viele neue Sportkameraden kennen gelernt und war trotz relativ einfacher Technik immer im vorderen Mittelfeld ins Ziel gekommen. Sehr belastend war allerdings, dass ich nur ein Auto hatte, also der Rennwagen diente zugleich auch als Privatwagen. Wenn wir in die Disko fuhren, baute ich vom Überrollbügel die Querstrebe aus und nahm für die Mitfahrer immer Kissen mit, es fehlte ja die Rücksitzbank. Auch die Vorderachse musste dauern repariert werden, die damaligen schlechten Straßen, die ausgestellten Felgen und der negative Sturz beanspruchten die Federgabel und den unteren Drehzapfen über Gebühr stark. Am schlimmsten war aber der ständige Ärger mit der Polizei. Spoiler, Felgen, Lenkrad und Auspuff wurden bei jeder Kontrolle bemängelt und das bunte Auto wurde oft angehalten. Nur selten hatte ein Polizist Verständnis und ließ mich ohne Mängelzettel weiterfahren. Um diesem Ärger ein Ende zu bereiten, suchte ich fürs neue Jahr dringend nach einer Trabant-Unfallkarosse, um mir endlich einen richtigen Tourenwagen ohne Straßenzulassung aufbauen zu können.

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16.05.2014 - 08:00 Uhr

ADAC Sachsenring Classic

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